
Kadie Schmidt-Hackenberg
Stalaktitenstadt
May.22nd,2010 – Jul.03rd,2010
Kadie Schmidt-Hackenberg: Stadtbild
In ihrer ersten Einzelausstellung in der Galerie en passant zeigt Kadie Schmidt-Hackenberg Tuschezeichnungen und digitale Collagen zum Thema „Stadtbild“. Dabei geht es der in Hannover lebenden Künstlerin nicht um Ansichten konkreter Metropolen wie etwa New York oder Berlin, sondern um einen Archetypus Stadt. Ein Thema, dem Kadie Schmidt-Hackenberg bereits seit über zehn Jahren nachspürt und immer wieder neue Impulse abgewinnt. "Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu Großstädten, sie erfüllen mich gleichzeitig mit Hoffnung und Frustration. Vielleicht weil ich das Gefühl von Heimatlosigkeit und Unruhe noch nirgends abschütteln konnte.“ Dieses ambivalente Verhältnis zu urbanen Lebensräumen kommt in den Arbeiten der Künstlerin zum Ausdruck und spiegelt sich auch technisch wider:
In den Collagen verschmelzen Zeichnung und fotografische Bildelemente miteinander, so dass verschiedene Wirklichkeitsebenen überlagert werden. Die Zeichnung steht dabei für das Emotionale und Erzählerische und die Fotografie für Rationalität und Beobachtung. Dies entspricht dem Archetypus Stadt, der ebenfalls aus verschiedenen Realitätsschichten besteht.
Die Geschichte der Moderne ist eng mit der städtischen Kultur verbunden. Entscheidende künstlerische Innovationen fanden in Metropolen wie Paris, Berlin oder New York statt. Die Wahrnehmung von Großstadt war und ist bedeutend für die Entstehung von künstlerischen Strömungen, wobei auch Geschwindigkeit, Verkehr, Bebauung zu neuen künstlerischen Ausdrucksweisen inspirierten. Das Phänomen Großstadt fungierte als Motor für die Künste der Moderne (Expressionismus, Futurismus, Neue Sachlichkeit etc.) und ist bis heute Gegenstand vielfältiger künstlerischer Auseinandersetzungen vor allem im Zusammenhang mit der globalen Verstädterung.
Vor diesem Hintergrund wird das eigenwillige, frische und karikaturhafte von Kadie Schmidt-Hackenbergs Stadtbildern deutlich. Ihre Zeichnungen und Collagen atmen eine große Leichtigkeit und sind ganz dem Gefühl oder der Stimmung in einem flüchtigen Augenblick verschrieben. Die Figuren sind keine Porträts sonder eher Typen von Großstadtbewohnern. Da werden Gesichter auf übergroße Augen und Nase reduziert oder Körper zu einer reinen, wie schwerelos wirkenden Konturlinie transformiert. Die Menschen stehen zumeist als stille Beobachter einem dichten architektonischen Konglomerat von Stadt gegenüber, werden davon angesogen oder abgestoßen. Die Stadtfragmente wirken beengt, so als gebe es keine Straßen und Plätze zwischen den Häuseransammlungen, die sich dramatisch zu schichten und aufzutürmen scheinen, mitunter aber auch als reine Luftschlösser erweisen können.
Vernissage am Samstag, den 22. Mai 2010, 19:30 – 21:30 Uhr
Finissage am Freitag, den 2. Juli 2010 um 19:00 Uhr
PDF Newsletter Kadie Schmidt-Hackenberg 2010
Kadie Schmidt-Hackenberg, Stadtbild (Zeichnung, Objekt und digitale Collage.)